Montag, 27. Februar 2017

BIOFACH 2017

Es war mal wieder eine eindrucksvolle, lebendige und spannende BIOFACH: Designwalk mit Martina Merz am Neuheitenstand, Vortrag von mërz punkt und biopinio zur Arbeit mit Personas und viele interessante Begegnungen und Gespräche mit alten Bekannten und neuen Kontakten, auch am UnternehmensGrün-Stand. UND natürlich inspirierende neue Produkte und Messestände.

Hier eine Auswahl aus unserer Flut an Foto-Eindrücken. Manche Trends ebben langsam ab, andere werden immer deutlicher: Fast Good – gesundes, organic Fastfood finden wir in Fülle am Neuheiten-Stand. Außerdem Hanf, Hanf, Hanf: Schokolade mit Hanf, Brotaufstrich aus Hanf, Haarpflege mit Hanf, usw. – dieser Food-Trend vom letzten Jahr ist ungebrochen.  

Martina Merz beim Designwalk am Neuheiten-Stand
Welche Trends fallen dieses Jahr auf?





















Ist Lila die neue Modefarbe für Packaging? 

Muster so weit das Auge reicht.... wunderschön.




Illustration + Produktfoto

Die aktuellen politischen Ereignisse dieser Welt wirken sich auch auf Packaging aus.
Leider lesen wir selten so klare Botschaften, wie auf diesem Biowein:


Viele Designs reagieren auf politisch-gesellschaftliche Verunsicherung und den daraus resultierenden Wunsch nach Gewohntem, nach Heimat, nach Geborgenheit: 



Omas Tischdecke macht einfach ein gutes Gefühl.
Think global, eat local.

Wortspiele sehen wir immer wieder –
sie machen auch einfach Spaß!


























Rosa, lila, pastell, schnörkelige Schriften, märchenhafte Illustrationen – alles super-süß, und ab und zu mit Einhorn ;-)





























Mehr Inspiration:

Davert baut auf die gute alte Palette


Überdimensionierte Dinge machen einfach Spaß.
SÖBBEKE in XXXL.



























Sehr schöne und nachhaltige Zahnbürsten unserer
UnternehmensGrün-Freunde HYDROPHIL.

Wie jedes Jahr toll inszeniert: Dr. Bronner`s.

Clevere Wandgestaltung auf der Vivaness: 
einfach die Verpackung selbst an die Wand pinnen.
























































Unsere offensive Suchaktion auf der Messe: we want you!
www.merzpunkt.de/jobs



























Nach der BIOFACH ist vor der BIOFACH – wir freuen uns jetzt schon!

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Der Retrotrend ist ungebrochen, nicht nur bei Bio. Denn Retrodesign löst automatisch schon eins aus: Emotion und Vertrautheit.

Die Preise für alte Autos steigen ins Unermessliche, neue Modelle zitieren alte Designs wie der Beetle. In der Inneneinrichtung wird alt und neu kombiniert, alte Rezepte, Sorten, LPs, Klamotten sind hip. Der Siegeszug von Holzpaletten im Used-Look ist mittlerweile so sehr Mainstream, dass Paletten eigens dafür hergestellt und behandelt werden, weil die echten Alten nicht mehr reichen – Shabbyschick gibt es als Plastikfurnier und Laminatboden. Was bedient Retro für ein Gefühl? „Damals als wir noch jung waren, frei und ohne Verantwortung, als wir noch Zeit für die schönen Dinge im Leben hatten ...“ Aber auch das Bedürfnis nach Heimat und Herkunft als Gegenbewegung zu Globalisierung und Digitalisierung wird bedient. Retro wirkt irgendwie sympathisch und nah. Modern kombiniert und authentisch können wir diesen internationalen Megatrend im Design wirksam nutzen!

TIPPS
• Retrodesign kann für nahezu alle Millieus und Zielgruppen genutzt werden, je nachdem ob es 1:1 kopiert, übertragen oder kreativ mit modernen Elementen kombiniert wird.

• Retrodesign liebt Naturpapier, raue Haptik, multisensorische Impulse. Gebrochene Farben, Illustrationen, handgemachte Schriften und Flächen funktionieren sehr gut. Doch Vorsicht: Wenn die Strahlkraft zu matt und dumpf wird, wird das Produkt im POSRegal leicht übersehen!

• Authentische Motive aus der Markenhistorie transportieren die Marke besonders glaubwürdig und sorgen für mehr interne und externe Bindung.

• Vorsicht vor zu viel Design-“Schnickschnack“ im schnelldrehenden Alltagsbereich, Frischeprodukte wirken schnell unlecker – und zu sehr gestyled wirkt oft teurer.

• Retrodesigns eignen sich besonders für Saisonartikel oder kurzlebigere Sonderdeditionen, der Einsatz von Retroelementen ist ein sehr modisches Element. Damit es nicht zu niedlich wirkt, braucht es klare formale Gegenpositionen.

Historisierend, dennoch modern und gar nicht verstaubt: zeitgenössischer typografischer Aufbau
und knallweißer Hintergrund in Verbindung mit botanischen Illustrationen mit Kupferstichanmutung
machen die siggi’s Milchprodukte in den USA zum hochwertigen Qualitätsprodukt im MoPro-Regal.
Retro kann besonders gut eins: Geschichten erzählen und Geschmackserinnerung spürbar machen.
Und unterschiedliche Zielgruppen auf einmal ansprechen!









Der gute alte Bus versetzt uns in Woodstock- Zeiten. Lange Ferien mit Gitarre und Wildcampen.
Bei Rapunzel mit Regenbogen-Hippiefeeling, hier mit klarer, moderner Typo, großartig in die
Gegenwart geholt. Gesehen auf der Expo in Mailand.

































Lebendiger Schriften- und Größenmix in Handmade-Optik, kombiniert mit Mustern
und plakativer Illustration. Wirkt, besonders auch durch die Eierschalen-Farbigkeit,
wie alte Werbeplakate aus „Mad Men-Zeiten“.




















Metallboxen dürfen hier nicht fehlen: Vintage-Blechdosen werden auf Flohmärkten
und Auktionen hoch gehandelt. Aber auch Neuauflagen funktionieren sehr gut als
Sonder-Edition, die die Marke dauerhaft im Küchenschrank repräsentiert.
Hier mit Pin-Up- Bildern – „Sex sells“ funktioniert eben immer wieder.
So süßlich wie die Motive und Pastellfarben ist sicher auch der Inhalt der Box.





















Fundstück aus den USA: Im Stil amerikanischer Werbegrafik um 1900, wie handgedruckt auf
braunem Packpapier. Hübsch, aber leider wenig Strahlkraft und Power im Regal.



















Brandts Zwieback-Edition mit Original-Packungsmotiv von 1929.
Vermittelt viel Geschichte, kann aber auch nach hinten losgehen,
weil Ästhetik und Frakturschrift stark mit dem Nationalsozialismus verbunden sind.






















Wer erinnert sich noch an die Pril-Klebeblumen aus den 70ern, die deutsche Küchentüren
und Schulranzen zierten? Palmolive greift genau diese kollektive Erinnerung mit poppig-grellen
Tapetenmustern in seiner 50 Jahre-Jubiläumsedition auf. Bei jüngeren Konsumenten kommt
 hippes Retro an, bei mittleren bis älteren Semestern heimelige Kindheitserinnerung.
Griff ins Regal: garantiert.






















Ab wann wirkt Vergangenheit eigentlich retro? Sind es schon grafische
Zitate à la The Doors, Che Guevara-Plakate, Disco (Glitzer!) und Punk?
Moden und Stilrichtungen müssen erst verschwinden, um dann später
als Retro wiederentdeckt und neu interpretiert zu werden.






























Die Kommunikations-Kolumne in der Biowelt:
Konsequent nachhaltiges Handeln unterscheidet viele Biopioniere und Herstellermarken von Me-Too- und Handelsmarken, die lediglich Biorohstoffe nutzen. „Gelebte Nachhaltigkeit“ ist profilbildend und Alleinstellungsmerkmal vieler Pioniermarken. Viel zu selten werden diese Themen in der Kommunikation zeitgemäß genutzt, um Handel und Konsumenten an die Marke zu binden. Und damit wird auch die Chance vertan, dem Bio-Fachhandel eine Extraportion Glaubwürdigkeit in die Regale zu stellen.
Wie attraktiv Kommunikation sein kann, zeigen wir regelmäßig in der BIOwelt. Martina Merz, Marken- und Packagingexpertin von mërz punkt, widmet sich in jeder Ausgabe einem Themenschwerpunkt und entdeckt für uns spannende Beispiele aus der Nicht-Biowelt. Inspiration, fachliche Erläuterung der wahrnehmungspsychologischen Mechanismen dahinter, Bilder, Design, Sprache: Themen, Handwerkszeug, Hintergründe.

Pssssssssst!
Wer noch mehr spannende Themen entdecken möchte, sollte den mërz punkt Video Blog durchstöbern: http://www.merzpunkt.de/news/video-blog

Mittwoch, 16. November 2016

Good Food: Brauchen Bioprodukte eine Fair- Auslobung? Und wenn ja, wie kommuniziert man das so, dass es lecker aussieht?

Immer wieder fragen uns Neulinge im Biomarkt, ob sie ein Fair-Zeichen auf ihren Produkten brauchen. Bei der Recherche zu diesem Artikel wurde mir sehr deutlich, dass ein prominentes Fair-Zeichen häufig vor allem eins ist: Blue Washing für Marken, die mit Nachhaltigkeit wenig am Hut haben. Stichwort: Discounter mit „L“. Echte 100%-Biomarken brauchen das nicht, denn Verbraucher verbinden mit Bio sowieso ganz selbstverständlich auch fair. (Auch wenn das in der Realität nicht immer so ist.) Ausnahme: Marken, die Fairen Handel als Hauptaspekt in ihrer Markenausrichtung haben, wie beispielsweise die GEPA oder dwp. Bei allen anderen kann man klar sagen: Der Fokus geht in der Kommunikation auf Genuss, Marke, Geschmacksdifferenzierung – FAIR muss nicht prominent genannt werden. Aber wenn, dann glaubwürdig und mit einer Story als Beweisführung, die transparent und nachverfolgbar ist!

Man muss nicht Fair drauf schreiben um Fair zu kommunizieren: Schon die präzise Nennung der Herkunft, idealerweise mit dem Wort „Kooperative“ vermittelt beim Betrachter das Gefühl von Fairem Handel. Beim Bicycle Coffee werden die Erzeuger gleichbedeutend mit der Sorte, dem Geschmack, dem nachhaltigen Engagement genannt. Das wirkt glaubwürdig. (1)
(1)





















Bilder sagen mehr als Worte – und machen komplexe Botschaften einfach, was besonders bei Produkten für den alltäglichen Konsum wichtig ist. Hier gilt dann aber: Authentizität zählt! Echtheit der Bilder geht vor Schönheit, Beweisführung mit Name und Ort ist noch glaubwürdiger. (Siehe auch 5 & 8) REAL PEOPLE. REAL PLACES. (2)
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Fairkommunikation kann auch am POS stattfinden! Hier eine Regalschienen-Hervorhebung von The Co-operative Food, bei der Story erzählt und die Konsumenten mittels Hashtag #growingstories und „Ask me how“ zum Dialog eingeladen werden. (3)
(3)





















Doppelt gemoppelt hält besser? Transfairzeichen UND eine Kopie des GEPA Markenzeichens, das ganze gestalterisch gut integriert. Allerdings hätte man auf eine der beiden Auslobungen auch verzichten können, so gut wie sie versteckt sind. Was man bei diesem Design deutlich spürt: Bei Genussprodukten muss der Genuss im Vordergrund stehen. (4)
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Mit Fair hat diese Kette zwar nichts zu tun, aber zeigt, wie man Gutsein auch gut kommunizieren kann: Im Markennamen. Lässig, fröhlich, jung, modern. Ich zumindest dachte – bis ich das erste Mal dort einkaufen wollte – dass es dort ecofriendly, faire Mode gäbe... (6)
(6)



















Ein schönes Beispiel aus einem Coffeeshop in San Francisco, wie auch das Besipiel (1) auf der linken Seite: Dort werden anspruchsvolle Produkte viel häufiger als bei uns mit nachhaltiger Konsequenz (Papierbeutel), nachhaltigen Botschaften und hochwertigem Design auf den Markt gebracht. (7)
(7)




















Schokolade ebenfalls aus den USA: Bilder der Erzeuger nicht nur als dekorativ-romatisches Element, sondern mit einer echten Aussage versehen. Interessanterweise steht im Text auf der Rückseite gar nichts von Fair, sondern es geht vor allem um Herkunft, Qualität, Handcraft – aber die Wirkung ist dennoch: ich erfahre wo es herkommt, es ist transparent, also muss die Marke auch Fair sein! Gut gemacht.
Spannend übrigens bei diesen Beispielen auch: Drei benutzen Packpapier, siehe dazu auch den letzten Artikel dieser Serie. (8)
(8)





















FAZIT


• Je glaubwürdiger die Marke in Sachen Nachhaltigkeit, desto weniger wichtiger ist die explizite Fair-Auslobung.

• Je alltäglicher und günstiger das Produkt, je mainstreamiger die Zielgruppe, desto eher muss das Wort Fair (wie auch das Wort Bio) plakativ auf der Vorderseite des Produktes abgebildet sein.

• Bilder von Produzenten unterstreichen diese Wirkung, sollten aber authentisch sein und den Genussappeal nicht negativ überlagern.

• Je luxuriöser das Produkt, desto weniger möchte ich als Konsument auf das Thema Armut hingewiesen werden, hier gehört die Fair-Kommunikation eher sprachlich im Sinne von Herkunft, als Qualitätsmerkmal genannt.

• Das Transfairzeichen, das bekannteste (aber auch inflationärste) Zeichen, ist im LEH wichtiger als im BioFachhandel, weil Konsumenten im Bio-Laden von fairem Handelsbdingungen ausgehen.


Die Kommunikations-Kolumne in der Biowelt:
Konsequent nachhaltiges Handeln unterscheidet viele Biopioniere und Herstellermarken von Me-Too- und Handelsmarken, die lediglich Biorohstoffe nutzen. „Gelebte Nachhaltigkeit“ ist profilbildend und Alleinstellungsmerkmal vieler Pioniermarken. Viel zu selten werden diese Themen in der Kommunikation zeitgemäß genutzt, um Handel und Konsumenten an die Marke zu binden. Und damit wird auch die Chance vertan, dem Bio-Fachhandel eine Extraportion Glaubwürdigkeit in die Regale zu stellen.
Wie attraktiv Kommunikation sein kann, zeigen wir regelmäßig in der BIOwelt. Martina Merz, Marken- und Packagingexpertin von mërz punkt, widmet sich in jeder Ausgabe einem Themenschwerpunkt und entdeckt für uns spannende Beispiele aus der Nicht-Biowelt. Inspiration, fachliche Erläuterung der wahrnehmungspsychologischen Mechanismen dahinter, Bilder, Design, Sprache: Themen, Handwerkszeug, Hintergründe.

Ihnen fallen sofort gute Beispiele aus dem Nicht-Biobereich ein? Her damit!
Schicken Sie Ihr Fundstück als Bild, Link, Mail an kontakt(at)merzpunkt.de

Pssssssssst!
Wer noch mehr spannende Themen entdecken möchte, sollte den mërz punkt Video Blog durchstöbern: http://www.merzpunkt.de/news/video-blog

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Dialog, Beteiligung, Konnektivität. Neue Wege zum Beziehungsaufbau in der Markenkommunikation.

Markenbeziehung ist wie im echten Leben: Wie verlieben wir uns? Was verbindet mich mit Menschen? Sympathie, Gespräch, Neugier, Entdeckung, Gefühl – gemeinsame Themen und Werte. Bei vielen Marken steht bisher nur Produkt, Nutzen und Kaufen im Vordergrund, dabei sind es ganz andere Dinge, die mich an eine Marke binden und dafür sorgen, dass ich mich beim Kauf für sie entscheide: Das Design, das irgendwie cool ist und meinem Lebensstil entspricht. Eine klare Haltung, die meine Gefühlswelt berührt. Die Modernität einer Marke, die mich dazu gehören lässt (vegan, urban, hip …). Beziehungsaufbau geht NIE über verkaufen und belehren, sondern über Emotion, Werte, Sprache, Begeisterung, Lifestyle.
Neugier lockt: Um was geht es hier eigentlich? „Be curious, find out, do something“. Dass es etwas 
für mich sein könnte, erkenne ich am grafischen Stil und an der Wertebotschaft. Die Frage und der
Hashtag #FASHREV locken mich auf die Website. „Join the revolution!“ www.fashionrevolution.org


























Ganz nah ranrücken und verstehen.
Das einfachste Werkzeug, um als Marke in Kontakt zu kommen, sind Fragen. Wie findest Du das? Was ist Deine Idee dazu? Sag mir doch mal Deine Meinung! Emotion ist der Aufhänger – Direktheit, Witz und direktes „Du“ die Sprache. Social Media und Digitalisierung liefern uns Wege und Möglichkeiten wie nie zuvor.

Ein Bespiel aus dem aktuellen REWE Kundenmagazin Frisch & Gut: Es geht um Pilze, die ich
kaufen kann – doch der Querverweis gibt mir Antikonsum-Tipps zum selber Sammeln! Auch der
grafische Stil transportiert gekonnt „Do it yourself “. Ganz und gar nicht Supermarkt, dafür sehr 
viel Gefühl, Sympathie, Lebendigkeit.



























Kunden zu Beteiligten machen:
Gestalte unsere Marke mit. Was für Produkte willst du? Beteilige dich an unserem Unternehmen: #Do-it-yourself, #share und #connect sind die gesellschaftlichen Megatrends, die sich hierfür kreativ und zeitgemäß nutzen lassen. Crowdfunding ist ein tolles Beispiel, wie Beteiligung für PR und Wertetransport als Werkzeug genutzt werden kann.

So sieht Dialogmarketing bei Konzernmarken aus – aktuelles Produkt aus 
der „Wall of Originals“-Kampagne von hanuta: Individualität und 
Customizing zum Selbermachen und gesehen werden. 
Website und QR-Code geben den (anoymen) Weg vor. Das Markenzeichen
macht es sofort zur Werbung! Gut gemacht ist auch die dazugehörige Facebookseite.




























FAZIT
• Beziehungsaufbau funktioniert über Emotion und Werte, nicht über Product Placement und Verkaufswerbung!

• Kontaktaufnahmen sind (tages)aktuell, greifen Anlässe auf, sind im Stil zeitgemäß, müssen also nicht wie ein Corporate Design auf Jahre ausgelegt sein.
• Aufrichtig gemeinte, präzise Fragen sind der einfachste Weg, wenn man eine Reaktion erzeugen möchte.

• Emotional, nicht rational – d.h. es darf spontan, lebendig und unperfekt sein. Ideales Medium: Film und Social Media

• Neugier hat eine starke Sogwirkung. Kommunikation mit Hashtags, Fragen und ohne Nennung der Marke ist oft wirksamer, als überall das Logo zu zeigen.

• Je stärker die Ansprache, desto stärker die emotionale Reaktion: Es darf auch provoziert werden!

• Beziehung von Mensch zu Mensch: Fotos mit direktem Blick, (Vor)namen, Handschriften sind grafische Signale für „Von mir an Dich“.

Es geht auch ganz anders: Underdog-Kommunikation für die Beteiligung an der Brauerei brewdogs. 
Der provokative Claim „Equity for Punks“, Design, Film (siehe Link!) und Sprache sagen: Nur was für Nicht-Spießer.
„Love the beer? Own the company!“ Funktioniert! Zielgruppe präzise abgeholt.
Anbandelung am Produkt: Das Weingut R&A Pfaffl aus Österreich setzt auf Witz, QR-Code und Film am Flaschenhals,
auch hier ist die Lockspur die Neugier.

Zum Schluss ein Lieblingsprodukt: SPONTAN Wein vom Weingut Lubentiushof, der das Etikett nutzt, um mit dem 
Genussmenschen direkt in Kontakt zu treten und zu fragen: Wann warst Dudas letzte Mal spontan?

Grandiose Vorreiter in Sachen „Den-Kundenan-die-Marke-binden-und-aus-dem-Wohnzimmer-auf
-den-Bauernhof-holen“: La Vialla. Pilgerstätte tausender Toskana-Urlauber, die mit jeder Lieferung
ein Tagebuch, ein Fotoalbum, reale Mini-Olivenbäumchen und dergleichen geschickt bekommen. 
Alles einzeln eingewickelt, aufwändigst verpackt, mit Kärtchen und handschriftlichen 
Unterschriften und schlechten, aber echten, witzigen Fotos versehen. Alle Medien sind in einer 
eigenen (Satz)-Handschrift geschrieben, tintenblau. So geht Manipulation für das Gute – 
mehr Gefühl ist kaum möglich. Das gesamte Marketingkonzept beruht auf dem Thema 
Beziehungspflege, auch der Instagram-Auftritt wirkt wie privat.
















































































LINKS
http://mystarbucksidea.force.com
http://thepeoplessupermarket.org
https://www.brewdog.com/usa/equityforpunks
http://www.lavialla.it
>Tagebuch vom Bauernhof

"... More fun, more flavours, more reasons to be happy..." –
dank der The Jelly Bean Factory und ihrer Süßigkeiten aus Irland.
"...Treat your family to Annas Pepparkakor and make this cherished Swedish tradition your own."
Und inspiriere dich auf der Webseite: http://www.annas.se/












Bei den Sardinen von Kaufland gibt es die Antwort via QR- Code auf der Verpackung.



Propercorn-Popcorn aus England mit "persönlichem" Wunsch
und Unterschrift.












































Sich sein Müsli selber zusammen stellen? Bei mymuesli online möglich.




























Die Kommunikations-Kolumne in der Biowelt:

Konsequent nachhaltiges Handeln unterscheidet viele Biopioniere und Herstellermarken von Me-Too- und Handelsmarken, die lediglich Biorohstoffe nutzen. „Gelebte Nachhaltigkeit“ ist profilbildend und Alleinstellungsmerkmal vieler Pioniermarken. Viel zu selten werden diese Themen in der Kommunikation zeitgemäß genutzt, um Handel und Konsumenten an die Marke zu binden. Und damit wird auch die Chance vertan, dem Bio-Fachhandel eine Extraportion Glaubwürdigkeit in die Regale zu stellen.
Wie attraktiv Kommunikation sein kann, zeigen wir regelmäßig in der BIOwelt. Martina Merz, Marken- und Packagingexpertin von mërz punkt, widmet sich in jeder Ausgabe einem Themenschwerpunkt und entdeckt für uns spannende Beispiele aus der Nicht-Biowelt. Inspiration, fachliche Erläuterung der wahrnehmungspsychologischen Mechanismen dahinter, Bilder, Design, Sprache: Themen, Handwerkszeug, Hintergründe.

Ihnen fallen sofort gute Beispiele aus dem Nicht-Biobereich ein? Her damit!
Schicken Sie Ihr Fundstück als Bild, Link, Mail an kontakt(at)merzpunkt.de

Pssssssssst!
Wer noch mehr spannende Themen entdecken möchte, sollte den mërz punkt Video Blog durchstöbern: